November 2016

Factoring – Was ist das?

Factoring ist der revolvierende Ankauf und die Bevorschussung von Forderungen aus Warenlieferungen oder Dienstleistungsgeschäften. Gesetzliche Grundlagen bilden das Kreditwesengesetz (KWG §§ 13-19, 21) und das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB §§ 433 ff).
Dabei verkaufen Sie fortlaufend Ihre Forderungen an einen Factor (EKF). Wir sichern zuvor die Forderungen gegen Ausfall ab und bevorschussen diese mit zwischen 80 und 90 %. Neben dem Ausfallrisiko übernehmen wir auch die Debitorenbuchhaltung sowie das Mahn- und Inkassowesen (je nach Vereinbarung).


Für wen lohnt sich Factoring?

Hersteller, Weiterverarbeiter, Händler und Dienstleister können Factoring gleichermaßen nutzen, obwohl ganz unterschiedliche Voraussetzungen und Anforderungen vorliegen. Die einen wollen ihre Vorlieferanten mit Skonto bezahlen, die anderen sich unabhängig vom Zahlungsverhalten ihrer Debitoren machen. Aber eines haben alle gemeinsam: Sie suchen zusätzliche Liquidität und eine umsatzkongruente Wachstumsfinanzierung. Factoring mit EKF bietet ihnen beides und darüber hinaus noch Sicherheit sowie Service.


Und so funktioniert Factoring im Detail:

Sie liefern Ihre Waren oder erbringen Dienstleistungen wie gehabt direkt an Ihre Kunden. Im Rahmen eines Factoring-Vertrages verkaufen und übertragen Sie Ihre Forderungen an EKF. Wir überprüfen die Bonität und Zahlungsfähigkeit Ihrer Debitoren. Direkt nach Rechnungsstellung überweisen wir zwischen 80 und 90 % (je nachdem, welche Abzüge wie Boni und Skonto mit den Debitoren vereinbart wurden) des jeweiligen Bruttorechnungsbetrages auf Ihr Konto. Zudem kümmern wir uns um die Abwicklung der Außenstände und überwachen die Zahlungseingänge Ihrer Debitoren. Sobald diese gezahlt haben, wird der Restbetrag (10-20 %) abgerechnet – sollte es zu einem Ausfall kommen, spätestens 120 Tage nach Fälligkeit. Ausfälle haben Sie also künftig nicht mehr zu verzeichnen, denn diese tragen wir im Rahmen der vereinbarten Warenkreditversicherungslimite und zwar zu 100 %. Die Debitorenbuchhaltung sowie das Mahn- und Inkassowesen übernehmen wir ebenfalls.


Factoring-Arten:

Mit Full-Service-Factoring entscheiden Sie sich für das Rundum-Sorglos-Paket. Denn mit dem Kauf und der Bevorschussung Ihrer Forderungen haben wir die Bonität Ihrer Debitoren laufend im Blick – schließlich übernehmen wir, im Rahmen vereinbarter Limite, das Risiko von Zahlungsausfällen. Dazu gehört auch das komplette Debitorenmanagement, also Debitorenbuchhaltung, Mahnwesen, Inkasso und Rechtsverfolgung.

Beim Part-Service-Factoring verbleibt das Mahnwesen und damit die Kontrolle bei Ihnen. Ansonsten funktioniert alles wie beim Full-Service-Factoring.

Wenn Sie nicht alle Forderungen verkaufen möchten, besteht die Möglichkeit des Auswahl-Factoring. Dabei können die Debitoren, die zum Beispiel innerhalb weniger Tage zahlen, aus der Factoring-Vereinbarung ausgeschlossen werden. Allerdings ist darauf zu achten, dass das Debitoren-Portefeuille trotzdem möglichst ausgewogen ist.

Inhouse-Factoring richtet sich an größere Unternehmen (Umsatz größer 5 Mio. Euro) mit einer leistungsfähigen IT und einer sehr guten Prozessorganisation. Diese Firmen haben meist viele Debitoren und damit verbunden viele Rechnungen, so dass eine Auslagerung der Debitorenbuchhaltung sowie des Mahn- und Inkassowesens keine Kosteneinsparung mit sich bringen würde.

Übersicht der Leistungen:

Factoringarten / UmfangFinanzierungRisikoabsicherungDebitorenbuchhaltungMahn- und Inkasswesen
Full-Service-FactoringX
XXX
Part-Service-FactoringXXX
Auswahl-FactoringXXXX
Inhouse-FactoringXX











Voraussetzungen:

Factoringkunde können Unternehmen werden, die

  • einen Bruttojahresumsatz (inkl. USt) ab ca. 500 TE tätigen
  • einen nachvollziehbaren Businessplan vorlegen können (bei Neugründungen)
  • Hersteller, Weiterverarbeiter, Großhändler und Dienstleister mit Sitz im Inland sind
  • ihre Rechnungen nach komplett erbrachter Leistung stellen
  • ein max. Zahlungsziel von 90 Tagen im In- und/oder Ausland gewähren


Nicht Kunde werden können Unternehmen, die

  • im Bauhaupt- und Baunebengewerbe tätig sind
  • nach VOB oder HOAI abrechnen
  • Anzahlungen erhalten oder Rechnungen in Abschnitten schreiben
  • Kommissionsware vertreiben
  • größere Einzelgeschäft (Projektcharakter) betreiben
  • oder deren Kunden Gegenforderungen geltend machen können


Praxisbeispiel:

Das unten stehende Beispiel zeigt ein mittelständisches Handelsunternehmen mit einem Bruttojahresumsatz i. H. v.1,0 Mio. Euro, einem Forderungsbestand von 100 TE, ca. 100 aktiven Debitoren, die beliefert werden, und einem Rechnungsaufkommen von etwa 650 Rechnungen p. a. Das Unternehmen besitzt eine gute Auftragslage und arbeitet mit Gewinn. Jedoch binden die Forderungen wichtiges Kapital, um die Vorlieferanten unabhängig vom Zahlungsverhalten der eigenen Kunden bezahlen zu können.

Durch Factoring und somit den Kauf und die Bevorschussung der Forderungen mit bis zu90 % ist unser Kunde in der Lage, seine Vorlieferanten nach Auslieferung der Ware an die eigenen Debitoren sowie nach Rechnungsstellung unmittelbar zu bezahlen und so alle wichtigen Einkaufsvorteile wie Boni, Skonti etc. zu nutzen. Auch Postenkäufe lassen sich so unkompliziert realisieren.

Einkaufsvorteile können genutzt werden und das Standing bei den Vorlieferanten verbessert sich deutlich. Denn als guter und schneller Zahler kann unser Kunde mittelfristig bessere Preise aushandeln. Zudem gilt er bei seinen Lieferanten als zuverlässiger Partner, was sich bei Lieferengpässen des Lieferanten zugunsten unserer Kunden als echter Wettbewerbsvorteil erweisen kann.

Ganz nebenbei kommt auch noch ein bilanzieller Effekt hinzu: Sobald unser Kunde mit den Mitteln aus Factoring seine Lieferanten bezahlt hat, kommt es zu einem Aktiv-Passiv-Tausch. Somit wird die Bilanzsumme verkürzt und das Verhältnis des Eigenkapitals zur Bilanzsumme verbessert sich – die Eigenkapitalquote in der Bilanz steigt also an. Ein Effekt, der auch von Banken gerne gesehen wird.

    Auswirkungen von Factoring auf eine Beispiel-Bilanz

    Aktiva

    Vorher

    Nachher

    Passiva

    Vorher

    Nachher

    I.

    Anlagevermögen

    I.

    Eigenkapital

    Fuhrpark

    50

    50

    Stammkapital

    25

    25

    Einrichtungen

    30

    30

     



    II.

    Umlaufvermögen

    II.

    Langfristiges Fremdkapital

    Warenbestände

    110

    110

    Darlehen

    120

    120

    Forderungen

    100

    10

     



    III.

    Liquide Mittel

    III.

    Kurzfristiges Fremdkapital

    Bankguthaben

    10

    10

    Kreditoren

    90

    -

    Kasse

    15

    15

    Bankverbindlichkeiten

    80

    80

    Bilanzsumme

    315

    225

    Bilanzsumme

    315

    225




    Eigenkapitalquote

    8%

    11%

    Für Fehler übernimmt EKF Finanz Frankfurt GmbH keine Haftung.

    Auswirkungen von Factoring auf eine Beispiel-Gewinn- und Verlustrechnung der „Muster GmbH“

    Aufwand

    Betrag

    Ertrag

    Betrag

    1,55 % Factoringgebühren
    aus EUR 1,0 Mio. Brutto-Umsatz

    15.000

    2,0 % Skonto
    aus TEUR 450 Wareneinsatz

    9.000

    5,0 % Sollzinsen
    aus TEUR 90 Investment

    1.500

    Vermeidung von Delkredereverlusten

    8.000

    Limitgebühren u. Ä.

    1.000

    Kosten der Bonitätsbeurteilung

    1.000

     

     

    Konditionsverbesserung im Einkauf

    3.000

    Summe Aufwand

    18.000

     


    Mehreinnahmen

    3.000



    Summe

    21.000

    Summe Ertrag

    21.000

    Alle Zahlen sind in Euro angegeben. Für Fehler übernimmt EKF Finanz Frankfurt GmbH keine Haftung.


    FAQ (inkl. Kosten und Erträge):


    Die Kosten sind überschaubar: Eine Factoringgebühr für den Delkredereschutz und die Übernahme des kompletten Debitorenmanagements, die zwischen 0,50 % und 3,00 %, je nach Umsatzgröße, liegt. Für die Prüfung und dauerhafte Überwachung der Debitoren sind einmal p. a. Prüfgebühren zu entrichten. Und für die Bevorschussung der Forderungen erhalten wir einen Zinssatz, der meist unterhalb der Kontokorrentzinsen liegt.


    Wichtig ist dabei die Kostenkompensation. D. h. die Kosten werden über den Einkauf (Boni, Skonti, verbesserte Einkaufsbedingungen), den Wegfall von Inkassokosten und Ausfällen oder über die teilweise Weitergabe im Preis kompensiert. Meist ist es eine Mischung aller Positionen, die Factoring für den Kunden kostenneutral stellt.


    Fazit:

    Factoring eignet sich vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen, die zusätzliche Liquidität suchen, um das künftige Wachstum umsatzkongruent zu finanzieren, und sich unabhängiger von ihrer Hausbank sowie vom Zahlungsverhalten ihrer Debitoren machen wollen.

    Wenn Sie mehr wissen oder einen Gesprächstermin vereinbaren möchten, rufen Sie uns gerne jederzeit an. Wir freuen uns auf Sie!

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    E-Mail: ekf (at) ekf-frankfurt.de

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