Wie Factoring den Generationenwechsel in deutschen Unternehmen unterstützen kann
Eine Unternehmensnachfolge verlangt ohnehin sorgfältige Planung, gute Vorbereitung und eine verlässliche Finanzierung. Heute kommt noch erschwerend hinzu, dass immer mehr Unternehmer in den Ruhestand gehen wollen und auf eine externe Lösung angewiesen sind. Hier kann Factoring unterstützen: richtig eingesetzt, verschafft es Liquidität, erleichtert den Übergang für Übergeber wie Übernehmer und sichert die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens.
Laut der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) streben rund 532.000 der insgesamt rund 3,8 Millionen mittelständischen Unternehmen in Deutschland bis Ende 2028 eine Nachfolge an. Nicht alle haben dabei einen familieninternen Übernehmer zur Hand oder die Aussicht auf einen unkomplizierten Generationenwechsel: Laut KfW sind viele Noch-Unternehmer bereits in einem hohen Alter und es drohen massive Lücken in den Führungsetagen.
Hinzu kommt die vergleichsweise geringe Anzahl potenzieller externer Übernehmer und häufig Finanzierungsprobleme beim Kaufpreis. Doch es gibt nicht nur Hürden, sondern auch Lösungen. Factoring kann hier als Instrument gleich an mehreren Stellen ansetzen und unterstützen: bei der Liquidität, dem Risikomanagement und der Prozessoptimierung.
Liquidität für den Unternehmens-Refresh
Nachfolgevorbereitungen ziehen sich oft über Jahre. Gleichzeitig erzeugen sie Kosten für den angehenden Übergeber, denn ein Unternehmen sollte für eine Übernahme optimal aufgestellt sein. Das kann heißen:
- Technologien auf einen aktuellen Stand bringen
- Leistungs- und Verwaltungsprozesse verschlanken
- Mitarbeiter weiterbilden
- Kostentreiber beseitigen
- Effektivität erhöhen
Hier kann Factoring ein verlässlicher Erfolgsfaktor sein. Denn durch den regelmäßigen Forderungsverkauf fließen umgehend nach der Rechnungsstellung bis zu neunzig Prozent der ausstehenden Beträge in das Unternehmen. So lassen sich Löhne, laufende Kosten und Investitionen im Rahmen der Nachfolge planbar abdecken.
Zeitgemäß aufgestellte Finanzen
Factoring spricht zudem für ein modernes Selbstverständnis: Es zeigt möglichen Käufern, dass das Unternehmen zeitgemäß aufgestellt ist und die bisherige Führung langfristig gedacht hat – bei Finanzprozessen, Risikoabsicherung und Planung. Das erleichtert Kaufpreisverhandlungen und schafft Vertrauen in die zukünftige Stabilität und Rentabilität des Unternehmens. Hinzu kommt die Verbesserung der Bilanz: Durch den regelmäßigen Forderungsverkauf steigt die Eigenkapitalquote, die Bonität des Betriebs verbessert sich. Dass kann die Attraktivität des Übergabeobjekts für den potenziellen Erwerber sowie das Vertrauen bei der Bank steigern. Letzteres hat meist positive Auswirkungen sowohl auf die Transaktionsfinanzierung als auch auf einen möglichen Betriebsmittelkredit nach der Übernahme.
Vom Finanzierungsbaustein bis hin zur Neuausrichtung
Handelt es sich beim angehenden Übernehmer um ein anderes Unternehmen, kann auch dieses vom Factoring profitieren. Denn werden im Rahmen der Nachfolge Forderungsbestände abverkauft, stehen häufig Mittel in größerem Umfang zur Verfügung. Sie können als ein Baustein in der Transaktionsfinanzierung dienen. Ist die Übernahme dann erfolgt, beginnt die oft herausfordernde Phase der Neuausrichtung des erworbenen Unternehmens. Kann ein Nachfolger hier Factoring etablieren, sichert er seinen Cashflow dauerhaft ab und vermeidet durch den Zahlungsausfallschutz des Finanzierungsmodells zugleich empfindliche Risiken. Warum? Dank der sogenannten Delkredere-Funktion übernimmt der Factoring-Partner für die angekauften Rechnungen den Zahlungsausfallschutz.
Prozessen ein Factoring-Update verschaffen
Nachfolger können Factoring zudem als Einstieg in bessere Prozesse nutzen. Durch mehr Transparenz und reduzierte Buchhaltungsarbeit steigt die Effizienz – messbar und nachhaltig. Wer ein Unternehmen übernimmt, braucht Zeit für das Wesentliche. Beim Full-Service-Factoring übernimmt der Partner deshalb das gesamte Debitorenmanagement, also Debitorenbuchhaltung- Mahn- und Inkassowesen. Gerade in der Übergangsphase nach einer Übernahme ist diese Entlastung nicht zu unterschätzen.