Forderungsausfall: meist ein ganzer Kostenblock
Die Ware ist geliefert, die Rechnung geschrieben, doch der Zahlungseingang bleibt aus. Unternehmer ärgern sich dann in der Regel über den offenen Betrag. Allzu verständlich, aber der wirtschaftliche Schaden geht meist noch tiefer: durch Verwaltungsaufwand, Finanzierungskosten, gebundene Liquidität und verlorene Handlungsfähigkeit.
Betriebswirtschaftlich ausgedrückt trifft ein Forderungsausfall nicht nur die Gewinn- und Verlustrechnung. Er belastet den gesamten Kapitalfluss im Betrieb. Denn während das bereits verplante Geld fehlt, laufen Löhne, Materialeinkauf, Miete, Steuern und Kredite weiter. Gleichzeitig müssen Mitarbeitende die säumigen Zahler mahnen, müssen prüfen, abstimmen, dokumentieren und gegebenenfalls ein Gericht einschalten. All das kostet Geld und wertvolle Unternehmenszeit.
Da wird aus einer einzelnen offenen Rechnung schnell ein ganzes Bündel zusätzlicher Kosten. Besonders kritisch ist das bei niedrigen Margen, wenn der ausgebliebene Umsatz erheblich und zudem nicht so leicht kompensierbar ist. Das erfordert meist zusätzliche Vertriebsarbeit, neue Kapazitäten und weitere Vorleistungen.
Der Schaden im Hintergrund
Ein Forderungsausfall vernichtet also nicht nur Umsatz. Er bindet auch interne Ressourcen und erhöht den Druck auf die Unternehmensfinanzierung. Hier einmal typische Zusatzkosten, die damit verbunden sind:
- Verwaltungs- und Personalkosten im Mahnwesen
- Inkasso-, Rechts- und Gerichtskosten
- Höhere Finanzierungskosten durch fehlende Liquidität
- Gebundene zeitliche Kapazitäten in Buchhaltung, Vertrieb und Management
- Verlorene Spielräume für Auftragsvorfinanzierung, Einkauf und Investitionen
Eine offengebliebene Rechnung beispielsweise über 10.000 Euro wirkt zunächst überschaubar. Kommen jedoch Personalaufwand, externe Kosten, Zinsen und entgangene Geschäftsmöglichkeiten hinzu, kann der tatsächliche Schaden schnell deutlich höher liegen, fast ein Drittel mehr ist nicht unwahrscheinlich. Die Rechnungssumme ist da nur die Spitze des Eisbergs.
Wie Factoring den Eisberg abschmelzen kann
Ein klassisches Mittel gegen Zahlungsausfälle ist das konsequente Forderungsmanagement. Das beginnt aber nicht erst mit der Mahnung. Bonitätsprüfungen vorab, ökonomisch sinnvolle Zahlungsziele, klare Prozesse, Verantwortlichkeiten und Eskalationsstufen helfen, Gefahren frühzeitig zu begrenzen.
Natürlich bleibt ein Restrisiko. Das aber kann mit Factoring weiter verringert werden. Bei dem Finanzierungsansatz werden regelmäßig offene Forderungen verkauft und direkt mit Liquidität bevorschusst. Zudem geht das Risiko von Zahlungsausfällen beim echten Factoring auf den ankaufenden Partner über.
Die Erleichterungen durch Factoring sind damit jedoch noch nicht ausgeschöpft. Der Anbieter kann bei Bedarf auch das gesamte Debitorenmanagement übernehmen und trägt im Full-Service-Factoring zudem das Mahn- und Inkassowesen. Heißt für das Unternehmen: keine Nachverfolgung auf eigene Faust mehr, kein Mahnaufwand, freiwerdende Zeit für das Kerngeschäft.
Forderungsausfälle realistisch kalkulieren
Wer Forderungsausfälle richtig bewertet, schaut also nicht nur auf den entgangenen Rechnungsbetrag. Entscheidend ist der gesamte wirtschaftliche Schaden. Gerade für mittelständische Unternehmen kein Randthema. Es geht um Liquidität, Planungssicherheit und um Handlungsfähigkeit, selbst wenn Kunden sehr viel später oder gar nicht zahlen.
Damit liegt auch der Nutzen von Factoring nicht nur im Schutz vor dem eigentlichen Ausfall. Er besteht auch darin, dass viele versteckte Kosten gar nicht erst oder nicht in voller Höhe anfallen.