Konjunkturentwicklung fordert Prioritäten: Liquidität sichern, Risiken reduzieren, Chancen nutzen
Deutschland kommt auch in naher Zukunft nicht auf einen robusten Wachstumspfad. Die Prognose für 2026 bringt zwar Hoffnung, verspricht aber keine grundsätzliche Entspannung. Unternehmen, die ihre Liquidität sichern, ihre Kosten- und Finanzierungsstruktur aktiv steuern und sich auf weitere Unsicherheit einstellen, sind besser gerüstet. Sie können Chancen nutzen und zugleich Rückschläge effektiver abfedern.
Das aktuelle Jahresgutachten 2025/26 des Sachverständigenrats zeigt: Die Schwächephase der deutschen Wirtschaft hält an. Zwar haben sich die Geschäftserwartungen im Oktober leicht verbessert, doch das Niveau bleibt niedrig. Insgesamt rechnen die Experten für 2025 mit einem kleinen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,2 Prozent.
Bremsklötze für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung:
Finanzpaket bring Hoffnung, aber ...
Zuerst die gute Nachricht: 2026 soll das Wirtschaftswachstum etwas höher ausfallen. Der Sachverständigenrat geht von einem Plus von 0,9 Prozent aus. Mehr staatliche Ausgaben und eine hohe Anzahl an Arbeitstagen sollen für Rückenwind sorgen. Allerdings bleibt die Prognose unsicher, etwa wenn Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) langsamer fließen als gedacht oder wenn das Finanzpaket der Regierung einen unerwartet hohen Preisdruck auslöst.
Der Sachverständigenrat nennt vier zentrale Hebel, die Deutschland helfen könnten, wieder auf einen stabilen Wachstumspfad zurückzukehren:
- SVIK-Mittel für Neu-Investitionen einsetzen
Weniger als die Hälfte der geplanten Ausgaben sind eigentliche Zusatzinvestitionen. Gesetzliche Vorgaben sollten hier sicherstellen, dass die Mittel wirklich in neue Infrastruktur und Maßnahmen für die Klimaneutralität fließen.
- Chancen des europäischen Binnenmarktes ausschöpfen
Der Sachverständigenrat fordert den Abbau von Handelsbarrieren, eine stärkere Integration des Kapitalmarktes und weniger Fragmentierung, etwa im Verteidigungsbereich.
- Unternehmensbesteuerung neutraler gestalten
Langfristig empfiehlt der Rat eine Reform, die beispielsweise Eigen- und Fremdkapitalfinanzierung gleichbehandelt. Das stärkt Investitionsanreize und reduziert Überschuldungsrisiken.
- Vermögensaufbau breiter fördern, Erbschaften gerechter besteuern
Die Begünstigungen für Übertragungen von Betriebsvermögen sollten erheblich reduziert werden, um Erbschaften und Schenkungen gleichmäßig zu besteuern. Zusätzlich könnte ein gefördertes Versorgungsdepot den langfristigen Vermögensaufbau stärken.
Handlungsspielräume sichern, in weiter unsicheren Zeiten
Das Wirtschaftsumfeld bleibt volatil. Wachstum ist nicht garantiert. Um angesichts dessen handlungsfähig zu bleiben, empfiehlt sich für Unternehmen ein Fokus auf Liquidität, Flexibilität und Risikomanagement. Ein wirksames Instrument dabei ist Factoring:
- Ein Unternehmen verkauft seine offenen Forderungen an einen Factoring-Anbieter. Es erhält so den Großteil des Rechnungsbetrags innerhalb von 24-48 Stunden.
- Die Wartezeit auf Zahlungseingänge wird verkürzt: gerade in einem Umfeld mit schwachem Umsatz und Investitionsträgheit ein Vorteil.
- Der Factoring-Anbieter übernimmt das Ausfallrisiko. Das Unternehmen ist dadurch auch abgesichert, wenn ein Kunde nicht zahlen kann.
- Factoring passt sich an die tatsächliche Geschäftsentwicklung an: mehr Forderungen = mehr Liquidität.
- Der Factoring-Anbieter kann Mahn- und Inkassoleistungen übernehmen: Buchhaltung wird entlastet, der Verwaltungsaufwand im Betrieb sinkt.