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B2B- und B2C-Factoring im Vergleich

13. November 2023 3 Minuten Lesezeit

Inhaltsverzeichnis

    Der regelmäßige Verkauf offener Forderungen im Rahmen des Factorings verschafft Unternehmen unter anderem einen schnellen Zugang zu Liquidität. Meist greifen Lieferanten oder Dienstleister mit Geschäftskunden auf das Finanzierungsinstrument zurück. Es gibt aber auch eine Factoring-Variante für Unternehmen, die sich auf End-/Privatkunden spezialisiert haben: das sogenannte B2C-Factoring.

     

    Der Begriff B2C steht für „Business-to-Consumer“, also für das Geschäft eines Unternehmens mit privaten Verbrauchern. B2B meint hingegen „Business-to-Business“ und steht damit für die Geschäftsbeziehung Unternehmen-zu-Unternehmen. Gerade in Branchen wie dem Dienstleistungsbereich, dem stationären Handel oder im E-Commerce nutzen viele Anbieter die Potenziale von Geschäften mit privaten Abnehmern. Allerdings bietet das Endkundensegment nicht nur Wachstumschancen; die Kundschaft fordert andererseits auch immer mehr Flexibilität und Anpassungsvermögen von den Anbietern. Es werden beispielsweise Optionen wie Ratenzahlung, der Kauf auf Rechnung und sehr lange Zahlungsziele erwartet. Damit vergrößert sich das Risiko für die B2C-Unternehmen: Lange Forderungslaufzeiten, Zahlungsverzögerungen oder Ausfälle können die unternehmerische Liquidität zunehmend ins Stocken bringen.

    Das bietet B2C-Factoring

    Analog zum B2B-Factoring wird bei der B2C-Version vom Unternehmen eine offene Forderung nach Rechnungsstellung an einen Factoring-Anbieter verkauft. Der Unterschied: Es handelt sich hierbei um die Forderung an einen Endkunden. Der Großteil des Rechnungsbetrags wird meist innerhalb von 48 Stunden vom Factoring-Partner auf das Konto des Unternehmens überwiesen. Das Risiko von verspäteten Zahlungen oder gar Zahlungsausfällen (letzteres beim echten Factoring) wird somit irrelevant. Gerade in der aktuellen Zeit, in der private Haushalte durch die eingetrübte Wirtschaftslage, die hohe Inflation und die gestiegenen Zinsen unter Druck stehen, kann B2C-Factoring Unternehmen mit Endkundenfokus mehr Sicherheit bieten.

    Wie auch im Geschäftskundenbereich, bietet der B2C-Ableger des Factorings Varianten wie das Full-Service-Factoring, bei der der Partner das komplette Debitorenmanagement, also die Debitorenbuchhaltung, das Mahn- und Inkassowesen (in Ausnahmefällen sogar das Erstellen der Rechnung) übernimmt. Das verbessert sowohl im B2B- als auch im B2C-Segment das Risikomanagement und entlastet die Buchhaltung. Beim B2B-Factoring wird regelmäßig auch das Risiko von Zahlungsausfällen übernommen; Anbieter von echtem B2C-Factoring tun dies analog.

    Unterschiedliche Verbreitung der Factoring-Arten

    Von den angebotenen Leistungen sind sich B2B- und B2C-Factoring sehr ähnlich. Dennoch haben sich die meisten Factoring-Anbieter auf den Geschäftskundenbereich spezialisiert. Die Gründe dafür liegen unter anderem darin, dass die Anzahl der B2B-Kunden meist überschaubarer ist. Es handelt sich häufig um einen festen Kundenstamm mit wenig Fluktuation. Im B2C-Bereich herrscht bezüglich der Kunden hingegen oft eine größere Schwankung; die einzelnen Rechnungsbeträge sind hier zudem geringer. Durch die permanent wechselnde Kundschaft sind häufigere Bonitätsprüfungen erforderlich, das Schuldnermanagement ist kleinteiliger. Der höhere Verwaltungsaufwand kann sich in den Kosten spezialisierter Factoring-Anbieter niederschlagen. Für die Leistung werden Factoring-Gebühren und – je nach Länge des Zahlungsziels – Factoring-Zinsen erhoben.

    Gerade bei einem großen Kunden- und Rechnungsaufkommen kann sich B2C-Factoring lohnen, wenn ein Unternehmen Verbrauchern Flexibilität bieten und zugleich den eigenen administrativen Aufwand reduzieren und vor Ausfällen schützen möchte. B2B-Factoring zahlt sich daneben häufig etwa für KMU aus, die sich von langen Zahlungszielen ihrer Kundenbranchen unabhängig machen wollen und finanziell besser planen möchten.

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    Der Blog-Artikel wurde geschrieben von

    Wolfgang Roell

    Marketing und Vertrieb

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