Finanzblog

Factoring als Werkzeug für das Working Capital Management

21. März 2023 3 Minuten Lesezeit

Inhaltsverzeichnis

    Damit ein Unternehmen kurzfristig aber auch auf lange Sicht handlungsfähig bleibt, sollte es jederzeit auf ungebundene Finanzmittel, also Liquidität zugreifen können. Dazu ist das vorhandene „arbeitende Kapital“ permanent zu steuern, zu planen und zu optimieren. Wir erklären, weshalb der Forderungsverkauf über Factoring für diesen Prozess des Working Capital Managements ein leistungsfähiges Werkzeug ist.

    Das Working Capital ist eine Kennzahl aus der Unternehmensbilanz. Sie dient dazu, die Finanzstärke und die prinzipiell verfügbare Liquidität eines Betriebs zu beurteilen. Ermittelt wird die Bilanzkennzahl, indem vom Umlaufvermögen der Firma die kurzfristigen Verbindlichkeiten abgezogen werden. Das Working Capital, das „arbeitende Kapital“, eines Unternehmens sind somit die Mittel, die vorhanden sind, um etwa Rechnungen zu begleichen, Projekte zu finanzieren oder Einkäufe zu tätigen. Damit Unternehmen stets handlungsfähig sind und bleiben, müssen die benötigten Geldmittel bei Bedarf allerdings jederzeit und kurzfristig abrufbar sein.

    Factoring macht Mittel frei

    Hier kommt das Working Capital Management ins Spiel. Dabei geht es vor allem darum, möglichst viel gebundenes Vermögen freizusetzen. Schließlich benötigt ein Unternehmen für sein operatives Geschäft und seine Fortentwicklung permanent freies Kapital – es muss liquide sein. Der regelmäßige Verkauf offener Forderungen über das Finanzierungsmodell Factoring ist dabei ein wirkungsvolles Instrument für das Working Capital Management. Denn durch die langen Zahlungsziele vieler Branchen besitzen Unternehmen häufig viel in Forderungen gebundenes Kapital, das nicht unmittelbar eingesetzt werden kann. Die Umsätze daraus gehören zwar dem Unternehmen, stehen aber noch nicht in Form von Liquidität zur Verfügung. Beim Factoring kauft der Factor die offenen Forderungen an und überweist den Großteil des offenen Rechnungsbetrages unmittelbar auf das Konto des Unternehmens. Es steht frische Liquidität bereit, und das Working Capital wurde optimiert.

    Working Capital Management wird langfristig erleichtert

    Die freigewordenen Mittel können vom Unternehmen direkt genutzt werden, um beispielsweise eigene Verbindlichkeiten zu bezahlen und mögliche Skonti bei einem anstehenden Einkauf zu nutzen oder einen neuen Auftrag vorzufinanzieren. Die Anwendungsmöglichkeiten von Factoring im Working Capital Management gehen aber noch weiter: Durch den regelmäßigen Forderungsverkauf ist das Working Capital langfristig optimiert und vor allem planbar. Diese Planungssicherheit wird durch eine weitere Funktion des Factorings noch verstärkt – den Delkredere-Schutz. Echtes Factoring bewahrt vor Zahlungsausfällen, da deren Risiko mit dem Forderungsverkauf auf den Factor übergeht. Selbst bei einem potenziellen Ausfall eines Kunden/Debitors erhält das Unternehmen sein Geld. Somit können Risiken vermieden und zuverlässig mit dem Working Capital und der entsprechenden Liquidität geplant werden.

    Factoring kann zudem helfen, Kosten zu optimieren – ebenfalls ein Aspekt des Working Capital Managements. Im Rahmen des Full-Service-Factorings übernimmt der Factoring-Partner auf Wunsch auch das komplette Forderungs- und Debitorenmanagement – also die Verwaltung der Außenstände inkl. Debitorenbuchhaltung, Mahn- und Inkassowesen. Dadurch wird der Verwaltungsaufwand, gerade für kleinere Unternehmen, die oftmals nur eine schwach besetzte Buchhaltungsabteilung besitzen, deutlich geringer. Im Zuge dessen werden in der Regel personelle Ressourcen frei, die an anderer Stelle im Unternehmen gewinnbringender eingesetzt werden können.

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    Der Blog-Artikel wurde geschrieben von

    Wolfgang Roell

    Marketing und Vertrieb

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