Factoring einfach erklärt – unsere FAQ

Was ist Factoring eigentlich?

  • Die Definition lautet: Factoring ist der wiederkehrende Verkauf von Forderungen aus Warenlieferungen und/oder Dienstleistungen an ein Factoring-Institut.

Worin liegt der Unterschied zwischen Factoring und einer Warenkreditversicherung?

  • Factoring hat (einfach erklärt) drei Funktionen: Man erhält Liquidität (meistens 90 % des Bruttorechnungswertes) sofort; die Forderungen sind zu 100 % abgesichert und erhält auf Wunsch auch die Übernahme der Administration (Debitorenbuchhaltung, Mahn- und Inkassowesen).
  • Mit einer Warenkreditversicherung kann man Warenlieferungen oder Dienstleistungen absichern (meistens zu 80 oder 90 %). D. h. es besteht grundsätzlich ein Selbstbehalt i. H. v. 10-20 % bei Kreditanfragen. Vergibt man ein Limit in Eigenregie (Limitselbstvergabe) liegt der Selbstbehalt zwischen 30 und 40 %. Zudem besteht eine Franchise. D. h. bis zu einem bestimmten Betrag (meist 1.000 Euro pro Ausfall) wird nicht reguliert bzw. wird die Franchise vom Regulierungsbetrag abgezogen. In der Praxis bedeutet das, dass bei jeder Regulierung eines Schadens 1.000 Euro abgezogen werden.
  • Die Aushaftung: Ist eine Forderung im Factoring angekauft und der Debitor fällt aus, reguliert der Factor, selbst wenn die Factoringzusammenarbeit beendet wäre (sog. Aushaftungsverpflichtung). Ist die Zusammenarbeit mit einem Warenkreditversicherer beendet, hat dieser grundsätzlich keine Verpflichtung zur Aushaftung, also zur Regulierung eines Schadens nach Vertragsende. Ausnahme: Die Forderung, um die es geht, hat bereits einen gewissen Status inne (z. B. es wurde bereits fruchtlos gepfändet…).

Warum sollte man die Dienste eines Factoring-Unternehmens nutzen, obwohl man eine Linie bei der Hausbank erhalten kann?

  • Eine Linie bei einer Hausbank ist immer sinnvoll. Jedoch muss man meistens Sicherheiten hinterlegen (Grundschulden, pers. Bürgschaften etc.). Zudem handelt es sich um eine starre Linie.
  • Bei Factoring handelt es sich um eine Wachstumsfinanzierung. D. h. wächst der Umsatz und somit der Forderungsbestand wächst auch der Factoringrahmen. Als Sicherheit dienen bei einer Factoringzusammenarbeit die Forderungen sowie eine Veritätsgarantie des Forderungsverkäufers.

Muss ich die Forderungen gegen alle Kunden an den Factor verkaufen?

  • Bei EKF gibt es ein sogenanntes Auswahlfactoring. Hier können die Factoringkunden beim Forderungsverkauf festlegen, welche Debitoren in eine Zusammenarbeit einbezogen werden sollen. So kann man zum Beispiel Debitoren, die nach acht oder zehn Tagen zahlen aus der Zusammenarbeit ausschließen, weil der Liquiditätsvorteil bei den Forderungen an diese Debitoren relativ gering ist.

Was geschieht, wenn ein Kunde wirklich ausfällt?

  • Wir regulieren spätestens 120 Tage nach Fälligkeit der Forderungen, die wir angekauft haben, sofern diese nicht vom Debitor bestritten wurden. Ansonsten ist zunächst die Einrede zu klären. Kommt es vor diesen 120 Tagen nach Fälligkeit zu einer Insolvenz des Debitors, regulieren wir früher, nämlich zum Zeitpunkt der Insolvenz.

Was kostet Factoring, also der Verkauf von Forderungen?

  • Im Factoring entstehen bei EKF drei Kostenarten:
  • Die Factoringgebühr (zwischen 0,5 und 2,0 % vom Bruttoumsatz) für die Übernahme der 100%igen Ausfallabsicherung der Forderungen sowie für die Übernahme des kompletten Service (Debitorenbuchhaltung, Mahn- und Inkassowesen).
  • Zinsen (zwischen 3,50 und 4,50 % Aufschlag auf den 3-Monats-Euribor – der derzeit mit Null angesetzt wird)
  • Limitprüfgebühren (je nach Limitanfragehöhe zwischen 10 und 32 Euro im Inland und zwischen 23 und 66 Euro im Ausland) pro Debitorenprüfung
  • Insgesamt kann man festhalten, dass die Kosten für eine Zusammenarbeit meist im Skontobereich liegen, also ca. 1-2 % betragen.

Kann ich die Debitorenbuchhaltung und das Mahnwesen auch bei mir im Unternehmen behalten?

  • Bei unserem Part-Service-Factoring verbleibt das Mahnwesen bei unseren Kunden, wird jedoch mit uns abgestimmt.
  • Beim Inhouse-Factoring verbleiben die Debitorenbuchhaltung, die Zahlungsverarbeitung sowie das Mahnwesen (welches auch in dieser Factoringvariante mit uns abgestimmt wird) bei unseren Kunden.

Müssen die Kunden darüber informiert werden, dass ich Factoring nutze?

  • Grundsätzlich arbeiten wir in einem offenen Factoringverfahren mit unseren Kunden zusammen. D. h. die Debitoren werden über die Zusammenarbeit informiert und zahlen auf ein Konto von EKF.
  • Hat ein Debitor ein Abtretungsverbot ausgesprochen (d. h. unser Kunde darf seine Forderungen nicht oder nicht ohne Zustimmung des Debitors abtreten), kann eine Zusammenarbeit auch still gehandhabt werden. Der Debitor wird also nicht über die Zusammenarbeit informiert und zahlt auf ein Konto unseres Kunden, welches aber insolvenzsicher an uns abgetreten wurde.

Für welche Branchen ist Factoring sinnvoll und gängige Praxis? Ist Factoring auch für KMU interessant?

Factoring wird gerne von Unternehmen aus den Branchen Dienstleistung, Gebäudereinigung, Handel, Produktion und Verarbeitung/Weiterverarbeitung, aber auch von Startups und Zeitarbeitsfirmen genutzt. In erster Linie handelt es sich um KMU, die sich in einem Umsatzsegment zwischen 500 TE und 30 Mio. Euro Jahresumsatz bewegen.

Darf rechtlich gesehen jedes Unternehmen Factoring nutzen?

Unternehmen, die Inhaber ihrer Forderungen sind und deren Debitoren kein Abtretungsverbot ausgesprochen haben, können grundsätzlich Factoring nutzen. Sollte ein Abtretungsverbot bestehen, gibt es noch die Möglichkeit, die Zusammenarbeit für diese Debitoren „still“ zu handhaben.

Wie schnell entsteht ein Plus an Liquidität, wenn ich mich für Factoring entscheide?

Sofern man auch bereits bestehende, aber nicht fällige Forderungen beim Start der Zusammenarbeit factort, erhält man sofort mit Beginn der Zusammenarbeit eine größere Liquiditätssumme. Wenn man ab dem Vertragsdatum mit neuen Forderungen beginnt, erhält man nur für diese neuen Forderungen die sofortige Liquidität. Im zweiten Fall dauert es (je nach Zahlungsziel), bis sich die gleiche Liquiditätssumme wie beim sofortigen Beginn mit Bestandsforderungen aufgebaut hat.

Wie nehmen die Debitoren das Factoring-Verfahren auf? Können „Probleme“ im Verhältnis zum Kunden entstehen?

An und für sich ist Factoring mittlerweile eine alternative, aber gängige Finanzierungsform. Viele mittelständische Unternehmen kennen Factoring. Grundsätzlich ändert sich für den Debitor auch nichts außer dem Zahlungseingangskonto, wenn er sich annähernd an das vom Factoringkunden vorgegebene Zahlungsziel hält. Ansprechpartner bleibt immer der Lieferant. Bei größeren Konzern-Unternehmen kann ein Abtretungsverbot bestehen. Dies kann über die stille Zusammenarbeit aber gehandelt werden.

Unter welchen Bedingungen steigert Factoring die Kreditwürdigkeit bzw. das Rating meines Unternehmens?

Beim Forderungsverkauf und der anschließenden Nutzung der Liquidität auf der Kreditoren/Lieferanten-Seite findet bilanziell ein Aktiv-Passivtausch statt. Die Bilanzsumme verkürzt sich also. Da nun das bestehende Eigenkapital im Verhältnis zur gesunkenen Bilanzsumme steigt, erhöht sich die Eigenkapitalquote. Dieser Effekt kann dazu führen, dass sich das Rating eines Unternehmens verbessert.

Wie lange binde ich mich beim Factoring an einen Dienstleister?

Die Vertragslaufzeiten sind bei jedem Factoring-Anbieter unterschiedlich und gehen von einem bis zu drei Jahren. Bei EKF gewähren wir auf Wunsch jedoch eine Probezeit von sechs Monaten. Wem die Zusammenarbeit mit uns nicht zusagt, (ist noch nie vorgekommen), kann die Zusammenarbeit nach sechs Monaten wieder auflösen.

Warum also sollte man sich für Factoring entscheiden?

  • Factoring bietet umsatzkongruente Liquidität.
  • D. h. wächst der Umsatz, wächst die Liquidität mit.
  • Man erhält die Liquidität (meist 90 % der Bruttorechnungssumme) innerhalb von 48 Stunden nach Rechnungseinreichung.
  • So wird man unabhängig vom Zahlungsverhalten der eigenen Debitoren.
  • Wachstum wird planbar – auch im Ausland.
  • Der 100%ige Delkredereschutz beugt Zahlungsausfällen der Debitoren vor.
  • D. h. Wachstum ohne Risiko – auch im Export.
  • Entlastung in der Administration durch die Übernahme (auf Wunsch) der Debitorenbuchhaltung, des Mahn- und Inkassowesens.
  • Die Vergabe von längeren Zahlungszielen ist möglich, da man die Liquidität trotzdem sofort erhält.
  • Dies ist Marketingmaßnahme und Vorteil gegenüber dem Wettbewerb zugleich.
  • Gutes Standing bei den Lieferanten, da man zum Skontozahler (falls Skonto möglich ist) wird.
  • Verbesserung der Bilanzkennzahlen und des Ratings bei der Hausbank.
  • Reduzierung der Inanspruchnahme der Linie bei der eigenen Hausbank.

Und warum Factoring mit EKF?

  • Weil wir unseren Kunden auf Augenhöhe begegnen.
  • Weil wir unsere Kunden genau auf dem Stand abholen, auf dem sie sich aktuell befinden (z. B. auch im Hinblick auf die bestehende Technik beim Kunden).
  • Weil es bei uns kein Factoring von der Stange gibt.
  • Weil wir unseren Kunden ein auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmtes und klar strukturiertes Angebot unterbreiten – ohne versteckte Kosten.
  • Weil auch unsere Verträge so gestaltet sind.
  • Weil wir unseren Kunden nicht nur in guten, sondern auch in schlechten Zeiten zur Seite stehen.
  • Weil wir nicht nur im Raum Frankfurt und Rhein-Main, oder für Firmen aus Wiesbaden, Karlsruhe, Mainz und Mannheim sondern im ganzen Bundesgebiet mittelständischen Unternehmen Factoring anbieten.
Name der Person

Wolfgang Roell

Marketing und Vertrieb

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